Zur Person
Manuel Kerschbaumer, M.Ed.
Manuel Kerschbaumer lebt in Tirol und beschäftigt sich mit der Frage, wie Menschen sicher mit digitaler Technik umgehen können.
Beruflich ist er hauptamtlicher Lehrender der Exekutive (Chefinspektor) und in der polizeilichen Ausbildung an der Sicherheitsakademie im Bildungszentrum Absam tätig. Er unterrichtet die Fächer Strafrecht und sicherheitspolizeiliche Handlungslehre und bildet dienstführende Polizistinnen und Polizisten im Bereich Wissensmanagement aus, ebenso in der strafrechtlichen Beurteilung von Jugendkriminalität, Hate Crime und Cybercrime. Aus dieser Arbeit stammt seine Routine, schwierige Inhalte so zu erklären, dass sie im Alltag abrufbar sind und auch bleiben. Das Studium zum Master of Education in Wiener Neustadt liefert dazu das pädagogische Fundament.
Der Einstieg in das Thema künstliche Intelligenz kam 2023 über einen Moment, der ihn sofort hellhörig gemacht hat. Eine Maschine antwortete wie ein Mensch. Was folgte, war systematisches Austesten. Wo liegen die Grenzen dieser Systeme, und wie arbeiten sie dahinter? Dabei kam ihm seine HTL-Vergangenheit zugute, die das damit einhergehende technische Verständnis wieder geweckt hat. Kerschbaumer gehört außerdem zu jener Generation, die Netzwerke noch selbst verkabelt hat, um sich in einem Raum zum gemeinsamen Computerspielen zu treffen. Dass am anderen Ende einer solchen Verbindung heute kein Mensch mehr sitzt, sondern ein Rechner, hat ihn nicht mehr losgelassen.
Künstliche Intelligenz, Informatik und Geopolitik müssen zwingend miteinander vernetzt werden. Wer verstehen will, wie diese Systeme funktionieren, kommt an der Frage nicht vorbei, wer sie baut und nach welchen Regeln.
Eines hat sich dabei herausgestellt. Demnach lässt sich KI nicht lernen wie ein Programm. Der höchste Lerngrad ist vielmehr die unaufgeregte Anwendung im eigenen Anwendungsfall, ein spürbarer Bonus im Büro, im Alltag und bei privaten Aufgaben. Genau dorthin führt Kerschbaumer seine Teilnehmenden. Um dieses Wissen auf eine solide Grundlage zu stellen, hat er sich am WIFI weitergebildet und dort die Ausbildung zum zertifizierten KI-Beauftragten abgeschlossen.
Wie die Vorträge entstanden sind
Am Anfang waren es lediglich Pausengespräche. Nach seinen Vorträgen zur künstlichen Intelligenz im Innenministerium ging es in diesen Pausen regelmäßig um etwas anderes als um Technik. Um Jugendliche, die beim Scrollen nicht aufhören können. Um Eltern, die dagegen nicht mehr ankommen. Und um Erwachsene, die dasselbe Muster bei sich selbst beobachten und es einfach nicht in den Griff bekommen können.
Daraus ist seine Überzeugung entstanden, dass Erklärung und Aufklärung die wirksamsten Hebel sind. Wer die Funktionsweise eines Systems kennt, erkennt sie im eigenen Verhalten wieder und kann sich darauf vorbereiten.
Nach vielen positiven Rückmeldungen und der immer wiederkehrenden Frage nach dem nächsten Termin hat Kerschbaumer seine Vorträge auch außerhalb der Polizei angeboten. Besonders dringend sticht dabei das Thema bei Jugendlichen ins Auge. Technische Neuerungen brauchen erfahrungsgemäß Jahre, bis eine Gesellschaft ihre Vorteile nutzt und ihre Nachteile abfedert. Diese Zeit steht hier nicht zur Verfügung. Social Media in Verbindung mit künstlicher Intelligenz wirkt wie Social Media auf Steroiden, und die Konzerne dahinter arbeiten gewinnorientiert. Aufklärung muss deshalb schneller werden. Ohne Weltuntergangsszenarien, aber auch ohne Beschönigung.
Im Vortrag
Im Mittelpunkt stehen Technik und Praxis selbst. Kerschbaumer zeigt live auf der Leinwand, wie ein Algorithmus arbeitet und die Aufmerksamkeit bindet, wie sich Vorschlag an Vorschlag reiht und wie sich mit jeder Minute Nutzung die Blase um einen einzelnen Nutzer immer enger schließt. An dieser Stelle wird es im Saal meist still. Im besten Fall folgt dann ein Aha-Effekt.
Nach einer Stunde Vortragszeit sitzt kaum jemand zurückgelehnt im Sessel. Die Köpfe sind nach vorne gestreckt. Für Kerschbaumer ist das der Maßstab seiner Arbeit, weil die Zuhörenden in diesem Moment sich selbst in dem wiedererkennen, was auf der Leinwand läuft. Das fasziniert und erschreckt gleichzeitig, und genau deshalb braucht es eine unaufgeregte Vermittlung dieses Wissens.
Auf der technischen Ebene entlarvt er die Mechanik und bringt sie ungeschönt auf die Bühne. Was diese Mechanik auslösen kann, beschreibt er. Welche Schlüsse daraus jemand für sich zieht, bleibt jedem selbst überlassen. Die Zuhörenden verlassen den Saal mit Wissen und mit der Fähigkeit, selbst einzuordnen, was ihnen täglich auf den Bildschirm kommt.
Vortragsreferenzen
- Innenministerium, Sicherheitsakademie (SIAK)
- Landespolizeidirektion Tirol
- Staatsanwaltschaft Innsbruck
- Fortbildungstage der Bezirkspolizeikommanden
- International Police Association (IPA)
- HPE, Verein für Angehörige psychisch erkrankter Menschen
Ausbildung und Zertifikate
- Zertifizierung als KI-Beauftragter, WIFI, 2025
- Master of Education, Fachhochschule Wiener Neustadt, 2021
- Grundausbildung für dienstführende Exekutivbedienstete (E2a), 2020
- HTL-Matura, 2007
Auszeichnung
Verleihung der Goldenen Medaille für Verdienste um die Republik Österreich (2025)
Auf dem Foto: Überreichung der Auszeichnung durch Bundesminister für Inneres Mag. Gerhard Karner.
Foto: Bundesministerium für Inneres
keepIT4real ist das eigene Unternehmen von Manuel Kerschbaumer. Er tritt hier als Privatperson auf und nicht im Auftrag des Bundesministeriums für Inneres oder der Polizei.